| heute auf dem Weg zur Schule |
Heute gings zurück in die Schule. Die Kinder freuten sich,
dass ich wiederkam, auch Agnes nahm mich fest in den Arm und ich wollte mit dem
nächsten Klassenraum beginnen.
Mozé, ein ugandischer Freund war etwas genervt, weil heute
kein Strom war und er nicht arbeiten konnte, so kam er um uns zu unterstützen.
Ich ärgerte mich abermals über des Direktors leere
Versprechungen. Vor nun schon zwei Wochen versicherte er mir, dass das Laminieren
unserer Plakate kein Problem wäre und sich jemand darum kümmern würde.
Pustekuchen! Stattdessen, liegen sie immer noch in seinem Büro rum und mit
jedem Regenguss verlieren sie an Qualität.
Meine Chance. Ich schnappte mir die Plakate und Mozé, mit
der Hoffnung die Plakate zu einem
normalen und somit nicht Mzungu-Preis laminiert zu bekommen. Wir
klapperten alle möglichen Läden ab, mit dem Resultat, dass das laminieren von
A2-Plakaten eine Marktlücke in Entebbe ist.
Ich rief Agnes an, sie wusste auch nicht weiter, doch ich
wollte dran bleiben und wir fuhren nach Kampala, meine „Lieblingsstadt“. Mal
sehen was heute passiert!
Während wir auf einen Matatu (Taxi-Bus) warteten, warf Mozé
einen für mich nicht mal sichtbaren Mann einige Hand-und Kinnbewegungen zu und
wir stiegen in einen Minivan mit gepolsterten Sitzen, funktionstüchtigen
Stoßdämpfern. Für einen Preis von 2000 Shs (80ct) reisten wir ohne 1000 Stopps
an jeder Milchrampe bequem nach Kampala.
Auf Anhieb gefiel mir die Stadt viel besser! J
Noch ein paar Meter mit dem Boda Boda und wir erreichten die
- man kann es Schreibwarenstraße nennen. Vor einem Shop wartete dann schon ein
Dealer auf uns. Wir zeigten ihm unsere 20 Plakate. Er erklärte was möglich ist.
Wir entschieden uns. Dann kamen die komplett unterschiedlichen
Preisvorstellungen.
Mozé: „Halt deine Tasche fest!“ Wir folgten ihm durch einen
schmalen Gang, links und rechts saßen Frauen an kleinen Tischen und stempelten
Papierbögen und hantierten mit anderen Stapeln an Zetteln. Schreibwarengassen
eben!
Wir erreichten einen mit Menschen, Tischen, Computern und
Kartons überfüllten Raum. Der Dealer zog mit einem unserer Plakate los und wir
quatschten. Er kam wieder, erklärte das Verfahren, nannte den Preis von 10.000
UGX pro Plakat und das Gemetzel ging auf Luganda los; Ich rief Argumente auf
Englisch dazwischen!!! Böse Minen, aufeinander zeigende Finger, laute Worte, Aggressivität,
aufstehen, hinsetzen. 6.000 UGX! Er soll erstmal eins laminieren lassen und uns
zeigen; Er zieht los!
Unser Plan, wenn er wiederkommt, sagen wir die Qualität ist
nicht gut und wir handeln weiter runter.
Wir plaudern weiter. Einer der Männer im Shop rief mir
wieder zu und bot mir diesmal an sein Mittagessen mit mir zuteilen. Ich lehnte
dankend ab. Mozé lachte.
Der Dealer kommt wieder. Wir starren auf´s Plakat und können
nicht anders als Lachen. Nur an den Zeichnungen erkannte ich, dass es sich
wirklich um unser -aus Zweiter-Hand gekauftes Plakat handelt. Es sah aus wie
neu!!!
Mir fiel nur noch das Argument ein, dass die Schulleitung
diesen hohen Preis nicht zahlen kann. Luganda, Englisch, böse Miene, harte
Diskussion. Der Dealer ist kurz davor den Deal komplett auszuschlagen. Wir
einigen uns auf 5.000 UGX pro Plakat
(1,40 EUR), tauschen Handynummern aus und wir gingen auf unseren Erfolg 50%
runtergehandelt zu haben Mittagessen.
Auch Kampala ist nur ein Dorf. Im Restaurant treffen wir
Ronnie, ein weiterer Freund aus der Uganda-Gruppe.
Zusammen holten wir die nagelneu aussehenden Plakate ab; zahlten,
witzelten, verabschiedeten uns und fuhren mit einem noch besseren Auto und noch
schneller zum gleichen Spottpreis den Weg nach Entebbe zurück.
Endlich traf dies ein vorauf ich so sehr gewartet habe -Ein
schöner Tag in Kampala. Es war super angenehm auf schwarzen Wegen zu reisen und
auch als Mzungu einen fairen Preis zu zahlen. Ich bin froh die Jungs dabei
gehabt zu haben.
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