Donnerstag, 27. Dezember 2012

Plakate, Händler, Preise und Kampala

heute auf dem Weg zur Schule

Heute gings zurück in die Schule. Die Kinder freuten sich, dass ich wiederkam, auch Agnes nahm mich fest in den Arm und ich wollte mit dem nächsten Klassenraum beginnen.

Mozé, ein ugandischer Freund war etwas genervt, weil heute kein Strom war und er nicht arbeiten konnte, so kam er um uns zu unterstützen.

Ich ärgerte mich abermals über des Direktors leere Versprechungen. Vor nun schon zwei Wochen versicherte er mir, dass das Laminieren unserer Plakate kein Problem wäre und sich jemand darum kümmern würde. Pustekuchen! Stattdessen, liegen sie immer noch in seinem Büro rum und mit jedem Regenguss verlieren sie an Qualität.

Meine Chance. Ich schnappte mir die Plakate und Mozé, mit der Hoffnung die Plakate zu einem  normalen und somit nicht Mzungu-Preis laminiert zu bekommen. Wir klapperten alle möglichen Läden ab, mit dem Resultat, dass das laminieren von A2-Plakaten eine Marktlücke in Entebbe ist.

Ich rief Agnes an, sie wusste auch nicht weiter, doch ich wollte dran bleiben und wir fuhren nach Kampala, meine „Lieblingsstadt“. Mal sehen was heute passiert!

Während wir auf einen Matatu (Taxi-Bus) warteten, warf Mozé einen für mich nicht mal sichtbaren Mann einige Hand-und Kinnbewegungen zu und wir stiegen in einen Minivan mit gepolsterten Sitzen, funktionstüchtigen Stoßdämpfern. Für einen Preis von 2000 Shs (80ct) reisten wir ohne 1000 Stopps an jeder Milchrampe bequem nach Kampala.

Auf Anhieb gefiel mir die Stadt viel besser! J

Noch ein paar Meter mit dem Boda Boda und wir erreichten die - man kann es Schreibwarenstraße nennen. Vor einem Shop wartete dann schon ein Dealer auf uns. Wir zeigten ihm unsere 20 Plakate. Er erklärte was möglich ist. Wir entschieden uns. Dann kamen die komplett unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Mozé: „Halt deine Tasche fest!“ Wir folgten ihm durch einen schmalen Gang, links und rechts saßen Frauen an kleinen Tischen und stempelten Papierbögen und hantierten mit anderen Stapeln an Zetteln. Schreibwarengassen eben!

Wir erreichten einen mit Menschen, Tischen, Computern und Kartons überfüllten Raum. Der Dealer zog mit einem unserer Plakate los und wir quatschten. Er kam wieder, erklärte das Verfahren, nannte den Preis von 10.000 UGX pro Plakat und das Gemetzel ging auf Luganda los; Ich rief Argumente auf Englisch dazwischen!!! Böse Minen, aufeinander zeigende Finger, laute Worte, Aggressivität, aufstehen, hinsetzen. 6.000 UGX! Er soll erstmal eins laminieren lassen und uns zeigen; Er zieht los!

Unser Plan, wenn er wiederkommt, sagen wir die Qualität ist nicht gut und wir handeln weiter runter.

Wir plaudern weiter. Einer der Männer im Shop rief mir wieder zu und bot mir diesmal an sein Mittagessen mit mir zuteilen. Ich lehnte dankend ab. Mozé lachte.

Der Dealer kommt wieder. Wir starren auf´s Plakat und können nicht anders als Lachen. Nur an den Zeichnungen erkannte ich, dass es sich wirklich um unser -aus Zweiter-Hand gekauftes Plakat handelt. Es sah aus wie neu!!!

Mir fiel nur noch das Argument ein, dass die Schulleitung diesen hohen Preis nicht zahlen kann. Luganda, Englisch, böse Miene, harte Diskussion. Der Dealer ist kurz davor den Deal komplett auszuschlagen. Wir einigen uns auf 5.000 UGX  pro Plakat (1,40 EUR), tauschen Handynummern aus und wir gingen auf unseren Erfolg 50% runtergehandelt zu haben Mittagessen.

Auch Kampala ist nur ein Dorf. Im Restaurant treffen wir Ronnie, ein weiterer Freund aus der Uganda-Gruppe.

Zusammen holten wir die nagelneu aussehenden Plakate ab; zahlten, witzelten, verabschiedeten uns und fuhren mit einem noch besseren Auto und noch schneller zum gleichen Spottpreis den Weg nach Entebbe zurück.

Endlich traf dies ein vorauf ich so sehr gewartet habe -Ein schöner Tag in Kampala. Es war super angenehm auf schwarzen Wegen zu reisen und auch als Mzungu einen fairen Preis zu zahlen. Ich bin froh die Jungs dabei gehabt zu haben.

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