Agnes wartete Startklar mit ihrem Fahrer auf mich. Albert
kam auch mit und wir fuhren von der Schule in Entebbe Richtung Kampala, quälten
uns durch den schrecklichen Verkehr der Hauptstadt in brütender Hitze und
weiter nach Wandegeya. Das ist ein kleines Dörfchen fernab von asphaltierten
Straßen und mitten in atemberaubender Natur.
| Der einzige Weg zum Dof |
Hier hat unsere Schule ein „Stückchen“ Land. Eigentlich
ziemlich groß.
Ich erzählte nämlich Agnes, dass wir über eine Spende
nachdenken und sie meinte, dort wäre es super angebracht und wollte mir den Ort
zeigen.
Ich fand´s perfekt, weil besser kann ja Garnichts zur
Philosophie meiner Eltern passen.
Also vor uns lagen zwei riesen große Felder voll mit Kartoffelstauden, Bananenbäumen, Cassava-sträuchern, Mango-und
Jackfruitbäumen(übrigens meine neue Lieblingsfrucht!), einer kleinen
Tomatenplantage, Kürbissen und sogar Viehhaltung, also Schweine und Hühner.
Nach einem tollen Mittagessen (Reis und Kartoffeln), ich weiß es hört sich nach nichts an, aber für die Leute bedeutet es viel und es wurde nur wegen Agnes (Großgrundbesitzerin) so aufgetafelt, ging es weiter. Ich wagte einen Blick in das Farmers“haus“. Eine Lehmhütte. Ein Raum mit Matratzen auf dem Boden und einem Ansatz von Küche(ein paar Schüsseln). Keine Elektrizität, kein Wasser, kein Fenster. Er erzählt stolz, dass er hier drin mit seinen 4 Brüdern lebt.
Und sie hatte Recht. Einsturz gefährdete Mauern. Räume ohne
Fenster, Türen. Geschweige denn Tische, Stühle oder gar einem Fußboden. Die Tafel
war an nur einzelnen Stellen nutzbar, die anderen waren bröckelnde Löcher.
Doch wie immer die Schüler waren glücklich. Zuerst starrten
sie uns an, aber dann brach das Eis und wir spielten zusammen.
Nach einem weiteren Stopp in einem Resort, um einen
bekannten von Agnes zu besuchen und die Zimmer zu bestaunen, ging es auf die
zweistündige Fahrt zurück nach Entebbe. Natürlich wieder durch den katastrophalen
Verkehrs Kampalas.
Zuhause reif mir meine Nachbarin zu „Sie sind wieder da!“Was? Ich dachte erst morgen. Wie sehr habe ich mich über diesen Moment gefreut. Doch mit jedem Schritt Richtung Haustür, wurde meine Freude vom immer lauter werdenden Geschrei dreier Kinder gedämpft. Aunti und Sainab fielen mir in die Arme. Die Zwillinge nackend und schreiend auf dem Boden, auf dem Sessel heulend Misha. So lernte ich meine vierte Gastschwester kennen. Kleine süße, wenn auch auf die Zwillinge neidische und verwöhnte Maus. Die Kinder beruhigten sich und wir tauschten uns über die vergangene Woche aus. Mariam kommt heute Nacht aus Tansania zurück, doch wünschte sich, dass dann alle Kinder schon da sind. Es ist ja eigentlich auch Wahnsinn. Die kleine 2-jährige war jetzt einen halben Monat bei der Oma. Die vier Monate alten Zwillinge eine Woche getrennt von der Mutter. Das wäre in Deutschland nicht mal vorstellbar, geschweige denn umsetzbar.
Den Geruch von unserem Abendbrot -Heuschrecken- steckt mir immer noch in der Nase. Um acht war es Zeit zu verschwinden und die Mixed Bubble zu treffen. Wir trafen uns im African Village. Heute: fünf 5 ugandische Jungs, eine Japanerin, wir drei deutsche Mädels und später dann noch zwei Engländerinnen, ein paar Uganda und Spanier. Wir gingen nämlich in ein scheint zuerst wie ein Restaurant, Biergarten, später wird aber die überdachte Tanzfläche voll ausgenutzt. Wir hatten riesigen Spaß. Der spanische Pilot, der seit zwei Wochen in Uganda festsitzt, eigentlich im Sudan tätig ist, mit einer der vielen Prostituierten sicher auch.
Ich war wieder froh in der Mixed Bubble zu sein, die Jungs beschützen uns und man kann ausgelassen tanzen.
Mitten in der Nacht setzte ein Sturzregen mit Gewitter ein. Kurzer Stromausfall, dann setzte der Generator ein. Irgendwann verwandelte sich die Tanzfläche in einen Swimmingpool von den aus allen Richtungen eintreffenden Wassermassen.
Der Abend war toll. Um 4 war ich zu Hause, von wegen um 22:00 Uhr ist Sense! J
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen