Mittwoch, 12. Dezember 2012

Die Woche läuft ;-)


11. Dezember

Auch nach ewigem Reden wollte Sumaya heute nicht mehr in die Schule. Also blieb sie daheim und starrte wahrscheinlich den ganzen Tag die Wand an. Ich versuche sie zu verstehen. Sie ist mitten in der Pubertät und hat kein Stück Selbstbewusstsein; da kann ich mir nur vorstellen was es für eine Qual sein muss in eine Klasse zu kommen, wo man niemanden kennt.

Ich ging also in die Early Learning, dort warteten schon die Kids. Nach einigen Vorbereitungen konnte ich mit Agnes Farben zum Streichen kaufen fahren und noch einige Dinge bequatschen und machte mittags Feierabend.
Ich kochte etwas zum Essen, wird schon immer besser mit dem Feuermachen. Meine Nachbarin kam ganz verwirrt rüber „Teresa, du musst nicht kochen, sag dem Mädchen sie soll es machen“ Ich erklärte kurz, dass ich kochen will und brodelte weiter. Dann kam sie mit einem riesigen Teller voll Poschu und Bohnen; ich solle das essen. Dazu noch einige Stücken Melone. Ihre Tür steht mir immer offen, wenn es Probleme gibt, versicherte sie. Ich erklärte noch einmal, aß mein Mittag und schnappte mir Sumaya, die sonst am Sessel angewachsen wäre. Wir holten die Nachbarskinder und deren Hausmädchen (Jane, 18 Jahre alt) ab und gingen zum Strand. Die drei Kids waren vollkommen aus dem Häuschen, trotz Ferien verlässt niemand das Haus. Jane mit ihren 18 Jahren war so glücklich mal aus ihrem stressigen Arbeitsalltag im Haushalt meiner Nachbarin rauszukommen und unter Menschen zu sein, dass sie gar nicht mehr aufhörte zu strahlen. Sumaya freute sich auch, es fiel ihr nur schwer das zu zeigen. Abends aßen wir unser Poschu vor meinem Laptop und schauten einen Film. Sie lachte sogar.

 
 
 
 
 
 
 
Plötzlich kam Bashir herein spaziert hinter ihm ein kleiner weinender Junge. Ich tröstete ihn und fragte Sumaya wer er ist. „Bashir´s Sohn“ Ich schnitt eine Melone für uns auf, der Kleine verdrückte sie und brachte Bashir erst Mal auf den Stand der Dinge und wies ihn auf den gammligen Zeh seiner Schwester hin. Er sagte der Kleine sei auch krank (Husten und so) und schnappte sich beide Kinder, um zum Arzt zu fahren… um neun Uhr abends. 15 Minuten später standen sie wieder vor der Tür, der Arzt habe zu!
Ich erwischte Sumaya wie sie mit einer Rasierklinge, das abgestorbene Fleisch aus der Wunde schnitt. Die Nachbarin, sagte ich soll mich nicht so sorgen, sie kommt vom Dorf, da behandelt man mit heiß Wasser und Spuke.
Sumaya



12.12.12

Ein Wunder. Sumaya: „Ich gehe heute zur Schule!“
Wir gingen zusammen und angeblich ist sie auch bis 13 Uhr geblieben und hat an den Ferienkursen teilgenommen. Morgen will sie wieder! J
Bashir kam natürlich nicht, um mit ihr noch einmal zum Arzt zu fahren. Wir behandeln weiterhin den nun Zeh-Nagel-losen Zeh mit Propolis. Hoffe es wird!

Auf mein Rundschreiben an die anderen Volontäre, kamen doch tatsächlich welche, um uns bei unserem Malprojekt an der "Early Learning" zu unterstützen. Wir machten uns an den ersten Raum und Veränderungen sind bereits sichtbar. Die Ideen sind spitze.
Zuhause kam dann mein „Vormieter“ Liam, um seine Sachen abzuholen. Wir trafen uns noch Alle in einem Biergarten.








1 Kommentar:

  1. Ich habe ALLES gelesen und freue mich über die Berichte, vor allem,dass es Dir gut geht! Liebe Grüsse von anke

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