Das Haus wird immer voller. Wir stockten auf, auf 13 aber
nur für einen Tag, Mariams Schwester mit Kindern.
In der Schule läuft alles blendend am Montag und Dienstag
stellten wir den ersten Raum fertig. Sogar mit Hilfe unseres ugandischen Freundes
Mozzy. Ich war über die Beteiligung, ob von Schülern oder auch den anderen
Volontären überwältigt und das Ergebnis lässt sich sehen.
Zuhause war ich in den letzten Tagen selten, da der
Tagesplan vollkommen ausgefüllt ist. Am Montag treffen wir uns immer mit der
Volontärkoordinatorin Trina und Probleme oder Pläne kommen auf den Tisch. Es
tut gut einmal pro Woche alle zu sehen. Wir haben unseren „heilig Abend“
geplant.
Im Garten der Victoria High-School, mit Lagerfeuer und vielleicht
sogar Glühwein. Den 25.12. verbringen wir natürlich in Familie.
Dienstag war ich dann zum ersten Mal mit Valentin und einer ehemalige
Freiwillige und deren Freund (Bettina und Steffen) zum Schwimmkurs. Die Kinder
konnten es kaum abwarten. Wir erreichten das Hotel, in dem wir den Swimmingpool
nutzen können. Wie das Abtauchen in eine andere Welt. Eine gepflegte Hotellandschaft,
Restaurants, Weiße, der schöne Pool, Bars und dazwischen unsere 30
Waisenhauskinder, mit großen Augen.
Es macht riesigen Spaß und ich habe jetzt eine
Lieblingsbeschäftigung mehr in der Woche.
Am Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein und 30°C heizten
wir den Schulofen ein und begannen mit dem Plätzchen backen. Die Kinder wussten
erst Garnichts damit anzufangen, hatten dann aber viel Spaß beim Teig ausrollen
und formen. Für uns war es ziemlich anstrengend 6 Stunden in der Küche, 40
Kinder koordinieren und Holz in den Ofen feuern.
Doch das Ergebnis ließ sich sehen. Eine riesige Portion bunter, süßer Plätzchen, die die Kinder selber gemacht haben. Nach einem Weihnachtslied reiten sich alle lieb auf und jeder bekam 4 (große) Plätzchen. Eine Horde glücklicher Kinder saß im Grass und genossen die Leckerei. Für morgen gibt’s auch noch welche J…und auch Zucker für den Frühstücksbrei und Salz für das Mittag./Abendbrot.
Natürlich erzählte ich den Kindern auch, dass es durch eine Spende von „Aunty Ruth, from Germany“ ermöglicht wurde. Viele der Kinder erinnern sich an die liebe Deutsche und ein herzliches „Thank you!!!“ kam aus den glücklichen Kindermäulern. DANKE!!!
Dann ist mir noch eine sehr enttäuschende Geschichte wiederfahren, jedoch eine gute Erinnerung an die angebrachte Vorsicht.
Seit Sonntag vermisse ich meine Kette. Beim Suchen fiel mir auf, dass auch mein Armband verschwunden ist. In der Schule oder am Strand abgelegt und vergessen??? Ich war mir ziemlich sicher, dass ich sie Zuhause hatte. Ich suchte nochmal und ärgerte mich, dass ich mein Zimmer nicht abschließe und mir ziemlich sicher bin, dass die Kinder es jeden Tag zum Spielen nutzen. Aber das erklärt nicht das Verschwinden meiner Sachen. Ich erzählte es Mariam und sagte, dass ich nochmal schaue. Heute sprach ich sie nochmal darauf an und berichtete nichts gefunden zu haben und erklärte auch gleich, dass es mir unangenehm ist, die Familie zu beschuldigen und das Einfachste wäre zuzuschließen um Missverständnisse aus dem Weg zu gehen.
Sie war sichtlich genervt, auch hilflos und überzeugt, dass die Kinder nichts wegnehmen würden; versicherte mir aber an der Sache dranzubleiben. Ich blieb hartnäckig. Die Kinder mussten antreten, wir zeigten ein Foto, sie konnten sich an die Sachen erinnern, haben sie aber nicht gesehen. Sie schickte alle raus und sagte „Wir zwei durchsuchen jetzt das Haus“. Ich blieb im Wohnzimmer vor Sumaya´s Ecke stehen und sagte, ich könne nicht ihre Sachen durchsuchen. Im Hinterkopf immer, dass ich sie ja auch verschlampt haben könnte. Mariam übernahm, ich suchte weiter. Sie gab einen Laut von sich und sagte „Sag mir bitte nicht, dass es deine Sachen sind“, ich schaute in ihre vollen Hände. Meine Kette und Armband und andere Sachen von den Mädels! Sie stürmte zur Tür. Ich sank an der Wand hinunter, Tränen in den Augen. Alle kamen rein. Sumaya wurde verbal und körperlich bearbeitet. Sie fing an zu weinen, wurde samt Sachen vor die Tür gesetzt und im Sonnenuntergang in ihr Dorf gebracht.
Im Eifer des Gefechts sagte ich ihr, dass ich enttäuscht bin, doch das „Warum?“ brennt mir immer noch auf der Zunge. Mariam schämte sich für diesen Vorfall und entschuldigte sich tausend Mal. Ich bin froh, dass Bashir nicht dabei war.
Weiss nicht.. Hört sich sehr tragisch an :-(
AntwortenLöschenOft machen menschen sehr unbewusste dinge ohne allzu böse hintergedanken.. Wrsl. Schwer nachzuvollziehen aber wer weiss vllt wollte sie so sein wie du und hoffte mit diesen dingen dem ein wenig näher zu kommen.. Eine erinnerung an jemanden oder eine zeit zu behalten hilft über die tristes des eigenen lebens hinweg.. Aber ich will mir da nichts anmassen.. Ist nur ein gedanke... :-)