Montag, 3. Dezember 2012

3 Dezember - Erster Schultag


WACH. Nach einer kalten Dusche, die auch noch mit Fruehsport verbunden ist, um sich unter dem kniehohen Wasserhahn die Haare zu waschen muntert auf. Falls es heute regnen sollte, fange ich sicher an zu schaeumen...brauch noch etwas Uebung mit dem Duschen.

Geschlafen habe ich wieder wie ein Stein. Hatte auch keine Chance mich aus der Senke in der Mitte der Matratze zu kaempfen.  

 „Aunti“ ist ein Schatz es gab Omelett zum Fruehstueck und mein erster Schultag startet.

Erst mal mit dem Boda Boda (Moppet-Taxi) zusammen mit meiner Gastmutter zum Internet-Stick einkaufen. Die Geschaefte hier kann man einfach nicht beschreiben. Ich musste mich auf einen Stuhl setzen und die Verkaeuferin schoss mit ihrer Handykamera ein Bild von mir. Für 99.000,00 Ush (29 EUR) bekam ich meinen Stick und er funktioniert fabelhaft J
Einige Nachbarn


Weiter zur Victorian Highschool (Anke Dreiers Schule). Meine Gastmutter ist ja die Schulleiterin dort. So sass ich im Sekretariat und alle begruessten mich lieb. Planaenderung! Das Projekt dieser Woche wurde auf die naechste verschoben. So begleitete mich Olivia zur „Early Learning“. Eine Grundschule fuer Waisenkinder, an der ich ja sowieso arbeiten werde.

Der Spaziergang war schweisstreibend, doch wir erreichten die Schule und haben einige wirklich interessante Themen durchgenommen. Oliver ist sehr dankbar zur Schule gehen zu duerfen. Ihre Eltern koennen das Schulgeld zahlen. In einigen Familien ist es so, dass nur das aelteste Kind zur Schule gehen kann, fuer alle anderen wuerde das Geld nicht reichen. Einer der schoensten Tage in ihrem Leben war, als sie einen Schulwettbewerb gewann und ein Buch und ein Zertifikat als Preis bekam.


Angekommen an der „Early Learning“ umarmten mich die Kinder auf dem Pausenhof herzlich und meine Beruehrungsaengste konnten dagegen nicht mehr ankommen. Die Kinder suchen die ganze Zeit den engen koerperlichen Kontakt und irgendwann denkt man nicht mehr drueber nach.

Ich verlangte Agnes, die Direktorin und Ruth Germershausens Geschenke oeffnete mir alle Tueren. Ich verbrachte den Rest des Vormittags in ihrem Buero. Sie erzaehlte mir sehr viel ueber die Schueler und deren Vergangenheit. Bei den meisten Schicksalen hatte ich Gaensehaut oder Traenen in den Augen. Sie zeigte mir die sehr guten Schulergebnisse einiger Kinder und eroeffnete mir einige Moeglichkeiten die naechsten Monate nett zu gestalten. Wir verstehen uns gut. Die Kinder kommen ins Schulleiterbuero, jeder umarmt mich und holt sich seinen Bonbon ab. Ein anderer Junge  bringt uns eine geoeffnete Frucht vorbei. Agnes greift rein, pult ein Stueck raus, reicht es mir und erklaert die Bedeutung der Dankbarkeit. Es schmeckt – an alles andere will ich nicht denken.

Dann wurde ein anderer Volontär herbeizitiert und fuehrt mich kurz rum bis ich die anderen kennenlernte und aktiv an der Nachmittagsgestaltung teilnahm. Wir sangen und spielten auf dem Hof. Die Kinder freuten sich, wir schwitzen und ich holte mir einen Sonnenbrand.

 
 
Danach setzen wir Volontäre uns in einem Café unter Bananenpflanzen in gemuetlich eingerichtete Pavillons zusammen und werteten den Tag aus. Sie nehmen mich lieb auf. Der Plan fuer das Feriencamp an der Early Learning gefaellt mir.

Nachdem wir unsere kuehlen Getraenke ausgeschluerft hatten, ging ich Heim. Zum Glueck  hatte „Aunti“ noch Essen fuer mich. In der Schule brachte mir eins der Kinder einen Mittagsteller auf den Hof. Es sah ganz lecker aus. Das Problem war die „African Fork“(afrikanische Gabel). Man nehme Zeige- Mittelfinger und Daumen und schaufelt los. Ich dachte an die Sachen, die ich seit dem letzten Mal Haendewaschen angefasst hatte. Die Jungs waren sehr hungrig.

Zuhause waren wieder die Nachbarskinder. Meine Vorarbeit wurde mit einem Laecheln und Winken belohnt. Gestern schauten sie mich noch schuechtern und aengstlich an. Ein Bonbon bewirkte nicht so viel. Heute Morgen spielte ich Ball mit ihnen. Sie verrieten mir ihre Namen und das Eis brach.






Heute Abend war ein Meeting in einer Bar (Biergarten) wo ich Trina, die Voluntaer-Koordinatorin und die noch fehlenden Helfer kennenlernte. Scheint alles ganz nett zu sein. 
Hin und zurueck reiste ich mit dem Boda Boda. Ich war stolz, dass ich den Preis ganz professionell ausfeilschen konnte und heil zu Hause ankam.

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