WACH. Nach einer kalten Dusche, die auch noch mit Fruehsport
verbunden ist, um sich unter dem kniehohen Wasserhahn die Haare zu waschen
muntert auf. Falls es heute regnen sollte, fange ich sicher an zu schaeumen...brauch
noch etwas Uebung mit dem Duschen.
Geschlafen habe ich wieder wie ein Stein. Hatte auch keine Chance
mich aus der Senke in der Mitte der Matratze zu kaempfen.
„Aunti“ ist ein
Schatz es gab Omelett zum Fruehstueck und mein erster Schultag startet.
Erst mal mit dem Boda Boda (Moppet-Taxi) zusammen mit meiner
Gastmutter zum Internet-Stick einkaufen. Die Geschaefte hier kann man einfach
nicht beschreiben. Ich musste mich auf einen Stuhl setzen und die Verkaeuferin
schoss mit ihrer Handykamera ein Bild von mir. Für 99.000,00 Ush (29 EUR) bekam
ich meinen Stick und er funktioniert fabelhaft J
Einige Nachbarn
Weiter zur Victorian Highschool (Anke Dreiers Schule). Meine
Gastmutter ist ja die Schulleiterin dort. So sass ich im Sekretariat und alle
begruessten mich lieb. Planaenderung! Das Projekt dieser Woche wurde auf die
naechste verschoben. So begleitete mich Olivia zur „Early Learning“. Eine
Grundschule fuer Waisenkinder, an der ich ja sowieso arbeiten werde.
Der Spaziergang war schweisstreibend, doch wir erreichten
die Schule und haben einige wirklich interessante Themen durchgenommen. Oliver
ist sehr dankbar zur Schule gehen zu duerfen. Ihre Eltern koennen das Schulgeld
zahlen. In einigen Familien ist es so, dass nur das aelteste Kind zur Schule
gehen kann, fuer alle anderen wuerde das Geld nicht reichen. Einer der
schoensten Tage in ihrem Leben war, als sie einen Schulwettbewerb gewann und
ein Buch und ein Zertifikat als Preis bekam.
Angekommen an der „Early Learning“ umarmten mich die Kinder auf dem Pausenhof herzlich und meine Beruehrungsaengste konnten dagegen nicht mehr ankommen. Die Kinder suchen die ganze Zeit den engen koerperlichen Kontakt und irgendwann denkt man nicht mehr drueber nach.
Ich verlangte Agnes, die Direktorin und Ruth Germershausens
Geschenke oeffnete mir alle Tueren. Ich verbrachte den Rest des Vormittags in
ihrem Buero. Sie erzaehlte mir sehr viel ueber die Schueler und deren
Vergangenheit. Bei den meisten Schicksalen hatte ich Gaensehaut oder Traenen in
den Augen. Sie zeigte mir die sehr guten Schulergebnisse einiger Kinder und
eroeffnete mir einige Moeglichkeiten die naechsten Monate nett zu gestalten.
Wir verstehen uns gut. Die Kinder kommen ins Schulleiterbuero, jeder umarmt
mich und holt sich seinen Bonbon ab. Ein anderer Junge bringt uns eine geoeffnete Frucht vorbei.
Agnes greift rein, pult ein Stueck raus, reicht es mir und erklaert die Bedeutung
der Dankbarkeit. Es schmeckt – an alles andere will ich nicht denken.
Dann wurde ein anderer Volontär herbeizitiert und fuehrt
mich kurz rum bis ich die anderen kennenlernte und aktiv an der Nachmittagsgestaltung
teilnahm. Wir sangen und spielten auf dem Hof. Die Kinder freuten sich, wir
schwitzen und ich holte mir einen Sonnenbrand.
Nachdem wir unsere kuehlen Getraenke ausgeschluerft hatten,
ging ich Heim. Zum Glueck hatte „Aunti“
noch Essen fuer mich. In der Schule brachte mir eins der Kinder einen
Mittagsteller auf den Hof. Es sah ganz lecker aus. Das Problem war die „African
Fork“(afrikanische Gabel). Man nehme Zeige- Mittelfinger und Daumen und
schaufelt los. Ich dachte an die Sachen, die ich seit dem letzten Mal
Haendewaschen angefasst hatte. Die Jungs waren sehr hungrig.
Heute Abend war ein Meeting in einer Bar (Biergarten) wo ich
Trina, die Voluntaer-Koordinatorin und die noch fehlenden Helfer kennenlernte.
Scheint alles ganz nett zu sein.
Hin und zurueck reiste ich mit dem Boda Boda. Ich war stolz,
dass ich den Preis ganz professionell ausfeilschen konnte und heil zu Hause
ankam.
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