Dienstag, 4. Dezember 2012

4 Dezember - erster Arbeitstag


„Aunti“ ließ mich ohne Frühstück nicht gehen. J

Ich fand den Weg allein zur Schule. Morgens um acht war es schon wieder ordentlich war, als ich mich an den Slums vorbeischlängelte und kurz vor der Schule von einem riesigen Affenaufkommen begrüßt wurde. Und ich meine wirklich die Tiere, Affen.  Auf den Dächern, der Straße, Bäume, Zäune, Stromleitungen, Wiesen einfach überall. Vielleicht veranlassten die morgendlichen Mäharbeiten sie zu ihrem Aufbruch. Kurz vor dem Schulgelände rannten zwei Kinder auf mich zu. Sagten lieb „Guten Morgen“, wollten an meine Hand genommen werden und wir gingen zusammen in die Schule.













Wir Volontäre sammelten uns kurz an einem schattigen Plätzchen und der Affenterror ging weiter. Es war eine richtige Invasion. Sie fingen an mit Früchten zu werfen. Ein Lehrer kam um uns zu beschützen, er warf eine Frucht und die Affen einen Ast zurück.

Sieht hier aus wie nen Raum ist aber winzig,
ohne Fußbodenbelag, vernünftige Bänke.
Aber noch einer der schön dekorierten
 
 
So fingen wir mit unserem Projekt an. Es sind ja wie gesagt Sommerferien. Die Kids haben also keine Schule. Da die Schüler aber zum größten Teil Waisen sind, ist die Schule ihr zu Hause und wir Volontäre machen ein Feriencamp für diese.

Wär sich unter dem Namen Feriencamp etwas vorstellt, kann diese Vorstellung gleich mal löschen und sich die ugandische Variante anhören.

Die Kinder arbeiten von Sonnenaufgang bis um neun. Kriegen dann nen Süppchen, dürfen 6 Stunden von uns bespasst werden und müssen dann weiterknüppel.  Die Arbeiten sind sowas, wie Schulgelände haken,  Klassenräume putzen und keine Ahnung. Sie sind aber zum Teil echt noch klein. Heute Nachmittag sagten zwei vielleicht sechsjährige Jungs zu mir „Wir sind so müde“ und dösten in meinem Schoß ein.
Naja zurück zum Job… In unserer Klassengruppe sind 20 Kids und drei Volontäre. Heute stand Weihnachtsbasteln auf dem Programm. Ich versuchte mich mit einem Weihnachtsbaum. Die Kinder machten es großartig. Vor allem bei der individuellen Gestaltung der Bäumchen zeigte sie jegliche Kreativität, oder auch dass sie noch nie einen Weihnachtsbaum gesehen haben. Wer weiß! Jedenfalls machte es mir und den Kindern Spaß und das Team funktionierte gut.
 
Mit der Weihnachts-Deko wurde dieser triste Klassenraum ohne Fenster und Türen bei sommerlichen Temperaturen zum ersten Mal
überhaupt geschmückt. Die Kinder freuten sich.

 
…und die Direktorin auch. Sie schlug mir vor in den nächsten Wochen mit den Kindern ein Gestaltungsprojekt der  Klassenräume vorzunehmen… ohohhh Da kennt sie aber meine Vorstellungen nicht. Wände raus, neue Möbel bauen und und und…. Hahahaaaa J

Neben dem kamen wir auf ein Schwimmprojekt zu sprechen. Wie praktisch, dass ich doch Rettungsschwimmer bin. Ab jetzt gehen wir jeden Montag in einem Hotelpool planschen üben. J

Nach dem Mittagessen (Reis mit Soße) mit der „African Fork“. Brachten mir die Kinder einige Hand-Klatsch-Sing spiele bei. Toll ist es. Wir haben Spaß. Dann wurden mir Zöpfe auf dem ganzen Kopf geflochten und alle zusammen sangen und spielten noch einige Spiele; wie „Steh; geh“ in der Mittagshitze. Nicht gut für den Sonnenbrand.

Nach einem kleinen Spaziergang mit nem „Kollegen“ ging ich kurz Heim, um dann auf einen Markt zu fahren…. Alta Schalter….. Bevor ich hier ein Gerücht in die Welt setzte, muss ich erst mal recherchieren. Das Ganze ist ungefähr doppelt so voll und wuselig, wie ein vielleicht bekannter türkischer Bazar. Tasche festhalten und durch. Doch nun zum merkwürdigen. Viele Händler verkauften getragene, oder genutzte Sachen. Die Klamotten kamen mir zum größten Teil sehr europäisch vor und als ich dann Wintersachen sehe, (…jetzt sag ich´s doch...pssst) kommt mir die ganze Sache so vor, als kämen die Sachen direkt aus der Kleiderbox, die in Deutschland an jeder Ecke steht. Ich meine ist ja gut, wenn die von uns weggeworfenen Sachen nochmal die Wirtschaft ankurbeln. Aber nicht, wenn ich in einem anderen Glauben gehalten werde. Aber bevor ihr jetzt die Kleider in die Mülltonnen steckt, versuche ich noch mehr rauszufinden. 
Ansonsten ist Boda Boda (Moppet- Taxi fahren) mein neues Hobby und ein wie bis jetzt immer wunderschöner Tag geht zu Ende.

Die überall
rumfliegenden- stehenden-schimmenden und laufenden
Marabus


 

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