Es tat gut wieder mit Mariam reden zu können. Wir erzählten über die
vergangene Woche und dass sie jetzt versuchen will Misha an die Zwillinge zu
gewöhnen.
Meine zweijährige Gastschwester liebt die Geschenketüte, die
ich für sie zusammengestellt habe. So habe ich jetzt einen Schatten, der mir
auf Schritt und Tritt folgt, ob im mein Zimmer, ins Bad, beim Essen. Sie ist total
süß. Ich denke, dass auch die Eifersucht auf die Zwillinge nachvollziehbar ist,
doch es scheint eine schwere Zeit zu sein, um ihr Regeln zu vermitteln. Mein
Gastvater versucht das mit der Hilfe seines Hausschuhs. Zum Glück scheint
Mariam gegen die Erziehungsmethoden zu sein, jedenfalls war es ihr sehr unangenehm
mir gegenüber.
Ob in Schulen oder auch daheim ist hier in Uganda das
Schlagen von Kindern ein gängiger Weg, um sich als Erwachsener Respekt zu
verschaffen.
Die zwei Nachmittage und Abende verbrachten wir am Strand.
Es war ja auch Bombenwetter.
Heute Morgen ging ich zu einem „Gottesdienst“, besser gesagt
in die Early Learning School. Da wird von Gästen, der Schuldirektorin und
natürlich auch von den Kindern jeden Sonntag ein bis zu zweistündiger
Gottesdienst gestaltet.
Das Singen und Tanzen, war mal ein ganz anderer Weg, eine
solche Zeremonie zu gestalten. Die
Dankbarkeit, die man von den Lehrern und Schülern jeden Tag erfährt entsteht
genau hier und ob man religiös ist oder nicht, Dankbar zu sein für das was man
hat, macht das Leben um so vieles schöner und leichter.
Zuhause trudelte heute Aunti´s Nachfolgerin ein. Ich wusste
ja schon, dass Aunti uns nach Weihnachten verlassen wird, was mir so leid tut,
aber sie hat die Möglichkeit eine andere Arbeit zu bekommen.
Unsere Speisekarte fürs Wochenende:
Mary, ist der Name des neuen Hausmädchens. Mit den Kindern geht sie gut um. Alles
andere wird ihr in den nächsten Wochen gezeigt. Sie scheint ganz nett zu sein
und ich bin froh, dass auch sie über 20 sein müsste. In den anderen Familien
ist es nämlich meist so, dass die
Mädchen zwischen 12 und 18 sind.
Somit nicht zu Schule gehen. So wie auch Jané, das Hausmädchen meiner
Nachbarin. Sie freut sich immer unheimlich wenn wir uns sehen, auch wenn das
alles ehr verhalten abläuft wenn Fiona (die Mutter der Familie) dabei ist.
Gestern traf ich Jané, um 21:00 Uhr auf der Straße mit 7 Wasserkanistern
bepackt. Ich half ihr diese an einem Wasserhahn aufzufüllen und nachhause zu schleppen. Spaßend fragte
ich, ob die Familie die Wasserrechnung nicht bezahlt habe. Leider bestätigte
sie, dass dies wirklich der Grund ist, warum ihnen das Wasser abgestellt wurde.
Zurück zu uns. Ich habe heute mal durchgezählt und wir sind
jetzt zu zehnt in unserem immer noch zwei-Zimmer-Haus (drei-, mit Wohnraum).
Heute Nacht wurde ich vom Gewitter und den sturzartigen
Regengüssen geweckt. „Da war wohl wieder jemand schwul!“
Es tut mir im Herzen weh die unfassbar schrecklichen
Tatsachen, wie man hier mit Homosexualität umgeht zu erfahren, doch es ist Zeit
das hier in Uganda nicht nur kritische sondern sogar verbotene Thema
Homosexualität auch in meinem Blog anzusprechen.
Meine Eröffnungsthese könnte ein realer Wortlaut sein. Die
Menschen hier sind streng gläubig, doch leider nicht sonderlich aufgeklärt.
Wie in so vielen Religionen kommt es auch im Christentum auf
die Interpretation eines Buches an. Die bestimmt zu 80% vertreten Christen in
Uganda (z.T. in Sektenähnlichen Vereinigungen wie „Born again“) behaupten
Stellen in der Bibel nachweisen zu können, wo steht, dass Gott keine
Homosexualität duldet. So wären Regenfälle, die die aus Lehmerde bestehenden
Straßen in schlammige Rutschbahnen verwandelt seine Strafe für homosexuelle
Aktivitäten auf Erden.
Doch diese Meinungen sind nicht nur in den Köpfen der
Menschen, sondern sie werden aktiv vertreten, sogar vor den obersten Gerichten.
Homosexualität ist strafbar! Es wird über Todesstrafen
gesprochen. Provokationen enden mit Toten! Menschen werden ihrer Freiheit
beraubt und verfolgt.
Willkommen im 21. Jahrhundert!
Die öffentlichen Medien, wie z.B. die Nachrichten gestern
Abend tragen Schlagzeilen, wie „Sollen wir dem westlichen Druck nachgeben und
Homosexualität akzeptieren? Schickt uns eure Meinungen“. Eine wahre Hetzerei.
Meine Chance meine Gastfamilie (Muslimisch) darauf
anzusprechen.
Auch sie sind gegen die Legalisierung, da es nicht gut für
Afrika wäre. Alles aus Europa und den U.S.A kommende wird als chic und modern
angesehen und wenn man Homosexualität akzeptieren würde, würden hier ja alle
Jugendlichen schwul werden.
Das klingt ja fast so, als wäre Homosexualität, wie das Tragen eines T-Shirts für eine Saison,
weil es gerade im Trend ist?!?
Ich wäre fast vom Boda gefallen als ich zwei händchenhaltende
Männer auf der Straße gesehen habe. Ich fragte die Anderen und sie erklärten
mir, da es hier ja keine Homosexualität gibt, ist es vollkommen normal, dass
Männer Händchenhalten… und das ist es wirklich!
Konkrete und erschreckende Vorkommnisse kann man nachlesen
unter: http://www.welt.de/politik/ausland/article111888928/Uganda-Wo-schon-die-Beruehrung-strafbar-sein-kann.html
Ich bin der festen Überzeugung, dass Gott oder auch
Bibelstellen ein friedliches Miteinander auf Erden als Hauptaussage tragen und
hoffe auf Aufklärung gegen Diskriminierung.
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