Samstag, 2. Februar 2013

Murchinson Falls


Nach dem Frühstück ging es auch schon weiter nach Masindi. Es gibt zwei Wege für die Reise zwischen den zwei Orten. Der eine geht mit dem Überlandbus zurück nach Kampala (südöstlich) und dann in den Norden, was aber langweilig, länger und teuer ist.
Auf unserer frisch-erworbenen Landkarten fanden wir jedoch eine kürzere und direkte Route, um vom Westen in den (halb) Norden zu reisen.
Die erste Station erreichten wir schnell und gemütlich und laut Karte musste wir von dort aus den etwas hellgrau hinterlegten Weg Richtung Norden fahren.
Wir fanden schnell einen Fahrer, der nachdem wir den Preis verhandelten uns versprach in 20 Minuten loszufahren. Doch es waren noch nicht genügend Mitfahrer da.
Sein Auto war ein vermutlich Toyota (Staub und Zustand des Autos machten das Markenzeichen unkenntlich) 5-Türer, somit 5 Sitze.
Die Viererreihe vorn
Er sprach immer von acht, wir brauchen acht. Eine Stunde später saßen wir zu acht im Auto und fuhren los. Keine Kinder sondern wirklich acht erwachsene Personen. Wie wir saßen?... Der Häuptling mit seinem neuen Hut auf dem Beifahrersitz, eine Frau zwischen Fahrer und ihm und ich hinten, zu FÜNFT!!! Kurz vor Ortsausgang stoppte er und ein Mann öffnete die Fahrertür quetschte sich mit auf den Fahrersitz und wir fuhren zu neunt los. …9!!! Zwei Menschen auf dem Fahrersitz die Frau dazwischen. Keine Ahnung wer wie, wann oder wo gefahren ist, geschweige denn geschalten hat.
Die Reisegeschwindigkeit war viel zu schnell für die Gegebenheiten, denn das „hellgrau“ in der Karte bedeutete -wir fahren  bis Masindi auf einem zum Teil geschobenen Lehm Weg durch die Pampa. Ich hatte ein etwas schlechtes Gewissen meinem Papa gegenüber. Er drehte sich um und wir mussten beide einfach nur lachen, weil es so unfassbar war!!!
Ein-ein-halb Stunden später stoppten wir in einer Stadt und hatten ein-Drittel des Weges geschafft. Es ging weiter in einem anderen Auto, gleiche Sitz- und Passgieranzahl!!! Diese Fahrt toppte alles Geschehende. Die Polizei stand am Wegesrand und unsere zwei Fahrer beschlossen auf das Gaspedal zu drücken. Alle neun hatten die Polizistin, die sich auf ihr Motorrad geschwungen hat und uns zu verfolgen begann im Auge… einer der Fahrer hoffentlich auch die Holperstraße. Am Ortsende gab sie auf! So sind wir vor der ugandischen Polizei geflohen!!!
Die nächste Distanz war nicht weit, doch der Weg so schlecht, dass es drei Stunden dauerte. Puuuuhh…
Dann die letzte Stunde Hoima – Masindi und wir checkten in die gebuchte Unterkunft ein. Beim Abendessen lernten wir (nun endlich persönlich) Rashid unseren Tourguide für den Murchinson National Park kennen.
Samstagmorgen um 6 ging es los.
Wir drei im Jeep (so viel Platz) fuhren durch die Dunkelheit zum National Park.
Viele Affen- und ausgefallene Vogelarten sahen wir schon auf dem Weg.
Das Auto gab einige komische Geräusche von sich. Plötzlich kam Rauch aus der Lüftung und wir stoppten. Rashid stieg aus, Papa folgte ihm. Sie öffneten die Motorhaube, schauten, kamen zurück, nahmen eine „Schnur“ (später erfuhr ich, dass es ein Kabel war) packten es in den Motorraum und es ging weiter…
Zehn Minuten später… das gleiche nochmal!!! Diesmal ohne ein Wort oder Blick stiegen die Männer synchron aus dem Auto aus, machten standen hinter der Motorhaube und wir fuhren weiter… Ohne ein Wort zu sagen!!!








Wir tauschten das Auto und fuhren mit der Fähre zur anderen Fluss-Seite. 


Von dort aus starteten wir unsere dreistündige Safari. Wir sahen unglaublich viele afrikanische Tiere und ein meist friedliches Zusammenleben dieser. Wegen der Löwen durften wir das Auto nicht verlassen, doch sämtliche Tierarten sprangen vor unserer Nase herum und aus dem offenen Dach des Jeeps hatten wir eine tolle Aussicht. Das für mich Beeindruckteste waren die riesigen Giraffen und Elefanten, die so nahe an unserem Auto waren und so selbstverständlich die Landschaft dekorierten.
Wir fuhren auch an den Albertsee und beobachteten Flusspferde beim Baden und viele Tierspuren die zur Wasserquelle führten.






















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Zurück am Nil stiegen Papa und ich in ein Boot und als dann alle Passagiere da waren, fuhren wir zu den Wasserfällen. Auf dem Weg sahen Elefanten beim Trinken, riesige Krokodile und Alligatoren, Flusspferde und viele verschiedene Vogelarten.
Wir erblickten die Wasserfälle und waren schon vom entferntesten Anblick beeindruckt. Das Boot kämpfte gegen die Strömung und wir erreichten das Ufer, wo schon ein Wanderführer auf unsere kleine Gruppe wartete. Die Wanderung war toll. Wir sahen tolle Szenen und entdeckten sogar noch einen zweiten Wasserfall. Die Wassermassen waren bewältigend und nachdem wir den Berg hochgeklettert sind, standen wir an der Oberkante der Wasserfälle und sahen wie die Wassermassen in die Tiefe stürzen und die untergehende Sonne über dem Nil. 





















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Oben wartete auch Rashid mit seinem Jeep auf uns und wir waren froh uns zurückzulehnen.
Es war ein wirklich aufregender Tag und die Weiten und Tierwelt repräsentieren das Afrika, das man auch aus dem Fernsehen kennt.










Am Sonntagmorgen fuhren wir dann Richtung Kampala/Entebbe zurück. Doch auf dem Weg lag noch ein bedeutendes Ziel. Nakasongola. Papa hat sich im Vorfeld mit einem deutschen Doktor in Verbindung  gesetzt der hier ein Imkerinstitut gegründet hat. Wir erreichten das Gelände ohne Vorankündigung, doch die Eigentümer hießen uns willkommen, als hätten sie schon den ganzen Tag auf uns gewartet. Es war interessant und ist auch immer wieder beeindruckend, was man wenn man wirklich will und kann hier auf die Beine stellen kann.
Das Institut Imkert, bildet Imker und Imkertrainer aus und fertigt Imkerequipment an und verkauft dieses auch. Die Leute waren herzlich und die Sache schien ziemlich professionell.










Vor dem Hof warteten wir auf unseren Bus, der dann insgesamt drei Stunden später kam. Das Warten wurde mit netten Gesprächen verschönert und dann die Krönung ein traumhaftet Mittagessen mit eigenem Honig versüßte uns auch noch die Wartezeit.
Im Bus war es unerträglich heiß und der Verkehr wegen dem Schulbeginn am Montag war Katastrophal.
Am Abend checkte Papa im Guesthouse am Strand ein und fühlte sich dort sehr wohl. Bei einem Abendesse am Strand ließen wir unsere schöne Urlaubswoche ausklingen.










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