Nach dem Frühstück ging es auch schon weiter nach Masindi.
Es gibt zwei Wege für die Reise zwischen den zwei Orten. Der eine geht mit dem
Überlandbus zurück nach Kampala (südöstlich) und dann in den Norden, was aber
langweilig, länger und teuer ist.
Auf unserer frisch-erworbenen Landkarten fanden wir jedoch
eine kürzere und direkte Route, um vom Westen in den (halb) Norden zu reisen.
Die erste Station erreichten wir schnell und gemütlich und
laut Karte musste wir von dort aus den etwas hellgrau hinterlegten Weg Richtung
Norden fahren.
Wir fanden schnell einen Fahrer, der nachdem wir den Preis
verhandelten uns versprach in 20 Minuten loszufahren. Doch es waren noch nicht
genügend Mitfahrer da.
Sein Auto war ein vermutlich Toyota (Staub und Zustand des
Autos machten das Markenzeichen unkenntlich) 5-Türer, somit 5 Sitze.
| Die Viererreihe vorn |
Er sprach immer von acht, wir brauchen acht. Eine Stunde
später saßen wir zu acht im Auto und fuhren los. Keine Kinder sondern wirklich
acht erwachsene Personen. Wie wir saßen?... Der Häuptling mit seinem neuen Hut
auf dem Beifahrersitz, eine Frau zwischen Fahrer und ihm und ich hinten, zu FÜNFT!!!
Kurz vor Ortsausgang stoppte er und ein Mann öffnete die Fahrertür quetschte
sich mit auf den Fahrersitz und wir fuhren zu neunt los. …9!!! Zwei Menschen
auf dem Fahrersitz die Frau dazwischen. Keine Ahnung wer wie, wann oder wo
gefahren ist, geschweige denn geschalten hat.
Die Reisegeschwindigkeit war viel zu schnell für die Gegebenheiten,
denn das „hellgrau“ in der Karte bedeutete -wir fahren bis Masindi auf einem zum Teil geschobenen Lehm
Weg durch die Pampa. Ich hatte ein etwas schlechtes Gewissen meinem Papa
gegenüber. Er drehte sich um und wir mussten beide einfach nur lachen, weil es
so unfassbar war!!!
Ein-ein-halb Stunden später stoppten wir in einer Stadt und
hatten ein-Drittel des Weges geschafft. Es ging weiter in einem anderen Auto,
gleiche Sitz- und Passgieranzahl!!! Diese Fahrt toppte alles Geschehende. Die
Polizei stand am Wegesrand und unsere zwei Fahrer beschlossen auf das Gaspedal
zu drücken. Alle neun hatten die Polizistin, die sich auf ihr Motorrad
geschwungen hat und uns zu verfolgen begann im Auge… einer der Fahrer
hoffentlich auch die Holperstraße. Am Ortsende gab sie auf! So sind wir vor der
ugandischen Polizei geflohen!!!
Die nächste Distanz war nicht weit, doch der Weg so
schlecht, dass es drei Stunden dauerte. Puuuuhh…
Dann die letzte Stunde Hoima – Masindi und wir checkten in
die gebuchte Unterkunft ein. Beim Abendessen lernten wir (nun endlich
persönlich) Rashid unseren Tourguide für den Murchinson National Park kennen.
Samstagmorgen um 6 ging es los.
Wir drei im Jeep (so viel Platz) fuhren durch die Dunkelheit
zum National Park.
Viele Affen- und ausgefallene Vogelarten sahen wir schon auf
dem Weg.
Das Auto gab einige komische Geräusche von sich. Plötzlich
kam Rauch aus der Lüftung und wir stoppten. Rashid stieg aus, Papa folgte ihm.
Sie öffneten die Motorhaube, schauten, kamen zurück, nahmen eine „Schnur“ (später
erfuhr ich, dass es ein Kabel war) packten es in den Motorraum und es ging
weiter…
Zehn Minuten später… das gleiche nochmal!!! Diesmal ohne ein
Wort oder Blick stiegen die Männer synchron aus dem Auto aus, machten standen
hinter der Motorhaube und wir fuhren weiter… Ohne ein Wort zu sagen!!!
Wir
tauschten das Auto und fuhren mit der Fähre zur anderen Fluss-Seite.
Von dort aus starteten wir unsere dreistündige Safari. Wir
sahen unglaublich viele afrikanische Tiere und ein meist friedliches
Zusammenleben dieser. Wegen der Löwen durften wir das Auto nicht verlassen,
doch sämtliche Tierarten sprangen vor unserer Nase herum und aus dem offenen
Dach des Jeeps hatten wir eine tolle Aussicht. Das für mich Beeindruckteste
waren die riesigen Giraffen und Elefanten, die so nahe an unserem Auto waren
und so selbstverständlich die Landschaft dekorierten.
Wir fuhren auch an den Albertsee und beobachteten Flusspferde
beim Baden und viele Tierspuren die zur Wasserquelle führten.
****
Zurück am Nil stiegen Papa und ich in ein Boot und als dann
alle Passagiere da waren, fuhren wir zu den Wasserfällen. Auf dem Weg sahen
Elefanten beim Trinken, riesige Krokodile und Alligatoren, Flusspferde und
viele verschiedene Vogelarten.
Wir erblickten die Wasserfälle und waren schon vom
entferntesten Anblick beeindruckt. Das Boot kämpfte gegen die Strömung und wir
erreichten das Ufer, wo schon ein Wanderführer auf unsere kleine Gruppe
wartete. Die Wanderung war toll. Wir sahen tolle Szenen und entdeckten sogar
noch einen zweiten Wasserfall. Die Wassermassen waren bewältigend und nachdem
wir den Berg hochgeklettert sind, standen wir an der Oberkante der Wasserfälle
und sahen wie die Wassermassen in die Tiefe stürzen und die untergehende Sonne
über dem Nil.
***
Oben wartete auch Rashid mit seinem Jeep auf uns und
wir waren froh uns zurückzulehnen.
Es war ein wirklich aufregender Tag und die Weiten und
Tierwelt repräsentieren das Afrika, das man auch aus dem Fernsehen kennt.
Am Sonntagmorgen fuhren wir dann Richtung Kampala/Entebbe
zurück. Doch auf dem Weg lag noch ein bedeutendes Ziel. Nakasongola. Papa hat
sich im Vorfeld mit einem deutschen Doktor in Verbindung gesetzt der hier ein Imkerinstitut gegründet
hat. Wir erreichten das Gelände ohne Vorankündigung, doch die Eigentümer hießen
uns willkommen, als hätten sie schon den ganzen Tag auf uns gewartet. Es war
interessant und ist auch immer wieder beeindruckend, was man wenn man wirklich
will und kann hier auf die Beine stellen kann.
Im Bus war es unerträglich heiß und der Verkehr wegen dem
Schulbeginn am Montag war Katastrophal.
Am Abend checkte Papa im Guesthouse am Strand ein und fühlte
sich dort sehr wohl. Bei einem Abendesse am Strand ließen wir unsere schöne
Urlaubswoche ausklingen.
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