Die Zeit verging wie im Fluge und der Papa war schon wieder
weg.
Es waren zwei tolle und mega aufregende Wochen. In der
Schule haben wir sehr viel erreicht und zum Dank hat unser Schulgarten ein
Eingangsschild mit unseren Namen bekommen, womit uns und der Familie gedankt
werden soll.
| Die Pflanzen sprießen schon nach fünf Tagen. |
Zurück im „gewohnten“ Leben starteten Rike und ich erst
einmal mit einem tollen Pumpernickel – Frühstück. (Von Mutti gesendet!) Wie man sich
aber auch über in Deutschland so normale Dinge freuen kann.
Ab Montag schaltete ich einen Gang runter und es tat so gut.
Zum ersten Mal ist die „ugandische Gelassenheit“ auch in mir eingekehrt und ich
nahm mir eine Woche Schulfrei, um mich erst mal wieder selbst zu organisieren
und vor allem auch mal Entebbe zu genießen.
Natürlich lag ich nicht nur auf der faulen Haut! Der
Schwimmverein hält uns ständig in trapp. Endlich hatte ich auch wieder richtig
Zeit dafür und viele Dinge konnten erledigt werden.
Eine große Herausforderung war es in dem arabischen Hotel,
in dem wir trainieren eine offizielle Erlaubnis und einen Jahresvertrag zu
bekommen.
Der Manager „Mustafa“ wusste wohl schon vor einigen Wochen
davon und gab mir seine Telefonummer… „Nur für den Fall der Fälle“ =) Ich kam
auf seine Hilfe zurück und wir trafen uns. Er fand unsere Idee gut, doch er konnte
die Entscheidung nicht treffen, weil er doch nicht DER MANAGER ist, als der er
sich vorgestellt hat. So warteten wir auf „G.M.“ Nicht nur der Name, sondern die
gesamte Person Mr. Mohammeds war ziemlich mächtig.
So saß ich wie ein Kaninchen vor der Schlange, die nicht
einmal die Sonnenbrille für unsere Verhandlungen abnahm- und stellte den „International
Swimming Club of Entebbe“ vor. Mustafa flüsterte ihm zu, dass ich in einer
muslimischen Gastfamilie lebe. Strike! Den Rest tat der Club für sich. Er war
überzeugt und wir konnten uns sogar noch auf einen tollen
Super-Sonder-Eintrittspreis für unsere Mitglieder einigen.
Außerdem nahm ich mir für diese Woche vor, andere
Einrichtungen zu besuchen. Ich besuchte Elias der in einer Schule für
behinderte Kinder arbeitet.
Ich wurde herzlich begrüßt, die Schulleiterin stellte mir
die Schule vor und wir gingen eine Runde herum.
Seine Klasse besteht aus vier taubstummen Schülern. Ich
fühlte mich so unwohl. Von jetzt auf gleich half mir Deutsch, Englisch oder
auch Luganda nicht mehr weiter, um mit den Schülern zu kommunizieren. Komisch!
Doch wir fanden einen Weg und spielten. Nach und nach wurden
es mehr Kinder und irgendwann war es Zeit die kleinen Geschenke, die ich
abgeben sollte (von einer Besucherin in der Ferienzeit) zu verteilen. Alle
haben sich gefreut und wir spielten auf dem Schulgelände. Die Kinder brachten
mir einige Zeichen aus der Zeichensprache bei und es war ein bereichernder
Vormittag.
Das Wochenende war toll! Am Freitag gingen wir mit den großen Early-Learning- Kindern zur „Movienight“, das ist ein Freilichtkino in einem Gartenrestaurant. Die Kinder fanden es toll. Danach fuhren wir nach Kampala zum Feiern.
Samstagmorgen um halb sieben fiel ich ins Bett und schlief bis ich von einem jämmerlichen „TEREEEESAAAAAA…“ vor meiner Tür wach wurde. „Misha“, 08.30 Uhr- ich sprang aus den Federn. Meine kleine Gastschwester, die mal wieder zu Verwandten nach Kampala ausgesiedelt wurde, kam nach zwei Wochen endlich wieder Heim. Wir spielten den ganzen Vormittag.
Später traf ich andere Volontäre am Strand und bevor wir zum Rugby-Spiel gingen, wollten wir noch eine Kokosnuss essen. Das klingt einfacher als es ist.
| Wenn Messer versagen, versucht man mit einer Lupe ein Loch reinzubrennen :-) |
Für kein Geld der Welt würde ich mich auf das Spielfeld stellen um mich dann von einer anderen Frau umrennen, kratzen, beißen, schlagen, oder an den Haaren ziehen zu lassen. Es war spannend und brutal.
Die Mädels schlugen sich gut (im wahrsten Sinne des Wortes), doch verloren.
Am Abend gab es dann eine BBQ-Party im Malayakahouse, natürlich für die Mädchenmannschaft, aber auch für die 10 aus Deutschland kommenden Besucher und ehemaligen Volontäre.
Sonntag bekam ich eine neue Nachbarin. Fiona nahm auch eine deutsche Kurzzeitpraktikantin auf. Elisa, eine nette Lehramt Studentin, die an der „deutschen Schule“ arbeitet. Ich führte sie durch die Stadt und wir organisierten die wichtigen Dinge (Handykarte…).
Am Nachmittag machte ich mit meinen zwei Gastschwestern Zainab und Misha einen Ausflug zum Pool. Wir trafen Julia und Jacob dort und die beiden Mädels hatten einen riesigen Spaß im erfrischenden Nass J
Abends gingen Julila, der americanische Pilot Jacob und ich zum Abendessen aus. Er berichtete von seinem letzten Aufenthalt im Süd-Sudan… es ist immer wieder interessant.
Das Restaurant wird von Philippiner betrieben. Das Essen war lecker und die Karoke-Anlage nicht weit. Ein lustiger Abend!!!
Montagmorgen. Nun komm ich doch noch in den Genuss zu unterrichten. Eine Volontärin hat Besuch von ihren Eltern bekommen so übernehme ich ihre Stunden in der Early-Learning.
Am Vormittag hatte ich gleich eine vierte und fünfte Klasse. ….- Deutsch als Fremdsprache!!! Wie spannend!!!
Die Kinder sind gut, doch die ugandischen Lehrmethoden eine Katastrophe. Ich nahm mir vor mich von diesem System entfernt zu halten, doch es ist schwer und geht nicht von heut auf morgen. Beide Klassen konnten mit der kleinen Gruppenarbeit, die ich vorbereitet habe NICHTS aber wirklich GARNICHTS anfangen. Die Kinder hier sind den Frontalunterricht gewohnt, der Lehrer sagt etwas und sie sprechen nach. Schrecklich!!! Ausgenommen von wenigen Schulen (Early Learning, Deutsche-Schule) wird an vielen Schulen geschlagen in Uganda geschlagen. Es ist sogar ein Prozess sich abseits dieser Methode Respekt zu verschaffen.
Am Ende war ich aber sehr zufrieden mit den zwei Klassen und vielleicht bringt man ja einen kleinen Stein ins Rollen.
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