Dienstag, 19. Februar 2013

Ein bisschen von Allem

Die Zeit verging wie im Fluge und der Papa war schon wieder weg.
Es waren zwei tolle und mega aufregende Wochen. In der Schule haben wir sehr viel erreicht und zum Dank hat unser Schulgarten ein Eingangsschild mit unseren Namen bekommen, womit uns und der Familie gedankt werden soll.
Die Pflanzen sprießen schon nach fünf Tagen.
Zurück im „gewohnten“ Leben starteten Rike und ich erst einmal mit einem tollen Pumpernickel – Frühstück. (Von Mutti gesendet!) Wie man sich aber auch über in Deutschland so normale Dinge freuen kann.
Ab Montag schaltete ich einen Gang runter und es tat so gut. Zum ersten Mal ist die „ugandische Gelassenheit“ auch in mir eingekehrt und ich nahm mir eine Woche Schulfrei, um mich erst mal wieder selbst zu organisieren und vor allem auch mal Entebbe zu genießen.
Natürlich lag ich nicht nur auf der faulen Haut! Der Schwimmverein hält uns ständig in trapp. Endlich hatte ich auch wieder richtig Zeit dafür und viele Dinge konnten erledigt werden.
Eine große Herausforderung war es in dem arabischen Hotel, in dem wir trainieren eine offizielle Erlaubnis und einen Jahresvertrag zu bekommen.
Der Manager „Mustafa“ wusste wohl schon vor einigen Wochen davon und gab mir seine Telefonummer… „Nur für den Fall der Fälle“ =) Ich kam auf seine Hilfe zurück und wir trafen uns. Er fand unsere Idee gut, doch er konnte die Entscheidung nicht treffen, weil er doch nicht DER MANAGER ist, als der er sich vorgestellt hat. So warteten wir auf „G.M.“ Nicht nur der Name, sondern die gesamte Person Mr. Mohammeds war ziemlich mächtig.
So saß ich wie ein Kaninchen vor der Schlange, die nicht einmal die Sonnenbrille für unsere Verhandlungen  abnahm- und stellte den „International Swimming Club of Entebbe“ vor. Mustafa flüsterte ihm zu, dass ich in einer muslimischen Gastfamilie lebe. Strike! Den Rest tat der Club für sich. Er war überzeugt und wir konnten uns sogar noch auf einen tollen Super-Sonder-Eintrittspreis für unsere Mitglieder einigen.

Außerdem nahm ich mir für diese Woche vor, andere Einrichtungen zu besuchen. Ich besuchte Elias der in einer Schule für behinderte Kinder arbeitet.
Ich wurde herzlich begrüßt, die Schulleiterin stellte mir die Schule vor und wir gingen eine Runde herum.
Seine Klasse besteht aus vier taubstummen Schülern. Ich fühlte mich so unwohl. Von jetzt auf gleich half mir Deutsch, Englisch oder auch Luganda nicht mehr weiter, um mit den Schülern zu  kommunizieren. Komisch!
Doch wir fanden einen Weg und spielten. Nach und nach wurden es mehr Kinder und irgendwann war es Zeit die kleinen Geschenke, die ich abgeben sollte (von einer Besucherin in der Ferienzeit) zu verteilen. Alle haben sich gefreut und wir spielten auf dem Schulgelände. Die Kinder brachten mir einige Zeichen aus der Zeichensprache bei und es war ein bereichernder Vormittag.










 Ein anderes Geschichtchen zu einem meiner Lieblingsthemen spielte sich bei einer Matatu-Fahrt ab. Eine Frau saß mit ihrem Sohn neben mir und fütterte das Kleinkind mit einem Würstchen, wir kamen ins Gespräch. Sie kommt gerade aus dem Krankenhaus, weil der Kleine Malaria und Durchfall hat. Sie füttert ihm weiter das fette Würstchen. Der Kleine fängt an zu würgen und ruht sich kurz aus. Er wacht auf und sie schob ihm wieder die Knacker rein. Ich fing an ihr zu erklären, dass das den Durchfall nur fördern würde, sie verstand das nicht wirklich und ich erreichte mein Ziel und stieg aus. Die für uns einfachsten und logischsten Dinge.
Das Wochenende war toll! Am Freitag gingen wir mit den großen Early-Learning- Kindern zur „Movienight“, das ist ein Freilichtkino in einem Gartenrestaurant. Die Kinder fanden es toll. Danach fuhren wir nach Kampala zum Feiern.
Samstagmorgen um halb sieben fiel ich ins Bett und schlief bis ich von einem jämmerlichen „TEREEEESAAAAAA…“ vor meiner Tür wach wurde. „Misha“, 08.30 Uhr- ich sprang aus den Federn. Meine kleine Gastschwester, die mal wieder zu Verwandten nach Kampala ausgesiedelt wurde, kam nach zwei Wochen endlich wieder Heim. Wir spielten den ganzen Vormittag.
Später traf ich andere Volontäre am Strand und bevor wir zum Rugby-Spiel gingen, wollten wir noch eine Kokosnuss essen. Das klingt einfacher als es ist.
Wenn Messer versagen, versucht man mit einer Lupe ein Loch reinzubrennen :-)

Die Frauenmannschaft, die zum größten Teil aus den Malayakahouse-Mädchen besteht, sah professionell in ihrer Kampfkleidung aus und das Spiel begann.
Für kein Geld der Welt würde ich mich auf das Spielfeld stellen um mich dann von einer anderen Frau umrennen, kratzen, beißen, schlagen, oder an den Haaren ziehen zu lassen. Es war spannend und brutal.
Die Mädels schlugen sich gut (im wahrsten Sinne des Wortes), doch verloren.




Danach die zwei professionellen Männer-Mannschaften. Ein tolles Spiel. Wie auch bei den Mädeln kamen andauernd Sanitäter zu den auf den Boden liegenden, sich nicht mehr bewegenden Spielern gerannt.
Am Abend gab es dann eine BBQ-Party im Malayakahouse, natürlich für die Mädchenmannschaft, aber auch für die 10 aus Deutschland kommenden Besucher und ehemaligen Volontäre.
Sonntag bekam ich eine neue Nachbarin. Fiona nahm auch eine deutsche Kurzzeitpraktikantin auf. Elisa, eine nette Lehramt Studentin, die an der „deutschen Schule“ arbeitet. Ich führte sie durch die Stadt und wir organisierten die wichtigen Dinge (Handykarte…).
Am Nachmittag machte ich mit meinen zwei Gastschwestern Zainab und Misha einen Ausflug zum Pool. Wir trafen Julia und Jacob dort und die beiden Mädels hatten einen riesigen Spaß im erfrischenden Nass J
Abends gingen Julila, der americanische Pilot Jacob und ich zum Abendessen aus. Er berichtete von seinem letzten Aufenthalt im Süd-Sudan… es ist immer wieder interessant.
Das Restaurant wird von Philippiner betrieben. Das Essen war lecker und die Karoke-Anlage nicht weit. Ein lustiger Abend!!!
Montagmorgen. Nun komm ich doch noch in den Genuss zu unterrichten. Eine Volontärin hat Besuch von ihren Eltern bekommen so übernehme ich ihre Stunden in der Early-Learning.
Am Vormittag hatte ich gleich eine vierte und fünfte Klasse. ….- Deutsch als Fremdsprache!!! Wie spannend!!!
Die Kinder sind gut, doch die ugandischen Lehrmethoden eine Katastrophe. Ich nahm mir vor mich von diesem System entfernt zu halten, doch es ist schwer und geht nicht von heut auf morgen. Beide Klassen konnten mit der kleinen Gruppenarbeit, die ich vorbereitet habe NICHTS aber wirklich GARNICHTS anfangen. Die Kinder hier sind den Frontalunterricht gewohnt, der Lehrer sagt etwas und sie sprechen nach. Schrecklich!!! Ausgenommen von wenigen Schulen (Early Learning, Deutsche-Schule) wird an vielen Schulen geschlagen in Uganda geschlagen. Es ist sogar ein Prozess sich abseits dieser Methode Respekt zu verschaffen.
Am Ende war ich aber sehr zufrieden mit den zwei Klassen und vielleicht bringt man ja einen kleinen Stein ins Rollen.





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