Erst einmal eine große Entschuldigung an meine lieben Leser,
dass ich so lange nicht mehr geschrieben habe.
Die erste Woche zurück in Entebbe ging mit einem Schrecken
los. Zwei der Volontäre hatten Malaria und lagen mit einem beängstigenden
Fieber im Krankenhaus. Sie erholten sich zum Glück schnell. Zwei andere
Nachrichten, die innerhalb dieser Tage dazu kamen, waren der plötzliche Tod
einer Frau aus unserer Sportgruppe (Blutarmunt) und der Tod, Jja Jja´s Schwester. Als wir zwei Wochen
zuvor in Arua waren, wurde bei ihr Gebärmutterkrebs diagnostiziert, jetzt ist
sie tot.
Das Zusammenkommen dieser Nachrichten ging mir ziemlich
nahe. Es war so unnormal und unvorstellbar, dass man an solch (in Deutschland)
schon fast normalen Dingen so einfach und plötzlich verstirbt.
Oft wird man hier zu den eigentlichen und so wichtigen
Dingen des Lebens zurückkatapultiert und schätzt die manchmal so
selbstverständlichen Dinge wie Gesundheit und auch eine entwickelte
medizinische Versorgung viel mehr.
Sportgruppe… Da ist schon das wichtige Wort gefallen, das
mein Leben hier in Uganda von einen auf den nächsten Tag umgeworfen hat. Bei
einer Unterhaltungen mit dem Trainer kam große Überraschung auf, also ich ihm
erzählte, dass ich in Deutschland am Schwimmtraining teilnehme…und dann noch erwähnte,
dass ich Rettungsschwimmerin bin. Er wäre mir am Liebsten um den Hals gefallen.
Er gibt Schwimmunterricht, hat auch ausreichend Schüler,
doch es mangelt an Trainer.
Die Frage ob ich es mir vorstellen könnte Schwimmunterricht
zu geben, konnte ich gleich mit JA beantworten, doch das darauf folgende
Gespräch setzte eine Idee in unsere zwei Köpfe, die man nicht mehr so einfach
beiseiteschieben kann. „Ein Schwimmverein“!!!
Unsere Ideen, Vorstellungen und Visionen gingen ziemlich
weit auseinander. Grob gesagt ging es Richard um bezahlte Trainingseinheiten
und mir um das Schwimmen lernen ALLER Menschen in Entebbe. J
Bereits beim ersten Treffen fanden wir die Version, die
beide Vorstellungen perfekt zusammenspielen lässt.
Meine neue Sicherheitspräventions-Maßnahme, ein Ring, machte
sich auch wieder bezahlt. So war dieser und die "Ich bin in einer festen Beziehung"-Methode (hahaaa!), die so ziemlich einzigen Details und Unterhaltung
über unsere Privatleben und meine größten Zweifel waren beseitigt.
Mein erstes Schwimmtraining machte mir riesigen Spaß. Ich
lernte den zweiten Coach (Ugander) Steve und die Kinder kenne, welche bis jetzt
alle vom Schwimmclub einer Schule kommen.
Richard und ich tüftelten weiter an unseren Plänen. Wir
stellten einen Finanzplan auf und erkundigten uns über die Unternehmensformen
in Uganda.
Am Anfang der zweiten Wochen setzten wir uns zusammen und
fingen an unsere Unternehmensbeschreibung zu verfassen; zerbrachen uns die
Köpfe, diskutierten hart, doch verfolgten beide das gleiche Ziel den ersten
Schwimmverein in Entebbe zu gründen.
Vor schon einer Weile erfuhr ich von Elias einem anderen deutschen Volontär, dass er Rettungsschwimmer ist. Ohne lange zu überlegen hatten wir auch ihn mit an Board und somit nicht nur einen weiteren Coach, sondern auch einen "Computerfreak" und Disgner, der uns gleich anfing tatkräftig zu unterstützen.
Kate eine US-Amerikanerin die im Malalayka-House arbeitet sah mich beim Schwimmtraining und sprach mich drauf an, wie ich dazu gekommen bin. Wie es der Zufall so will ist sie Rettungsschwimmerin und unterstützt uns auch als Trainerin. So sind wir innerhalb zweier Wochen zu einem interessanten internationalen Schwimmverein heran gewachsen. Das Trainieren macht uns allen Spaß, vor allem den Kindern und mit der Gründung geht es Schritt für Schritt voran.
Die Papierarbeit, das Schwimmtraining, das Fertigstellen des
Malprojekts in der Schule, die Vorbereitungen für Papas Aufenthalt und unsere
Reise hielten mich von all den anderen Dingen, wie Blog schreiben ab und ich
war froh, wenn ich mal meine Gastgeschwister sah und ein paar Stunden Schlaf
abfaste.
So gut wie jeden Tag war ich nun am Pool, oder kniete mit
den Schülern über diversen Farbeimern. Die Schüler hatten Spaß und freuen sich über das
schöne Ergebnis, doch es war schwer noch einige Wenige für die letzten
Pinselstriche zu begeistern. Nach einem Gespräch mit einem Schüler beschloss
ich eine Jogging-Runde als Motivation anzubieten. Aus Gerechtigkeit informierten wir alle
Schüler.
Am besagten Morgen stand ich im Morgengrauen vor den
verschlossenen Toren der Schule. Von den Kindern war weit und breit keine Spur
und ich schnürte schon wieder alle Klischees … Doch plötzlich kam der erste aus
dem Schlafsaal gekrochen und noch ein Schüler und noch einer, sodass ich letztendlich
mit 20 Kindern durch Entebbe joggte. Toll!!!!
Das straffe Programm hielt bis Samstagnacht, wo wir meinen
Papa vom Flughafen abholten an. Ich hatte mich schon den ganzen Tag gefreut und
gleichzeitig erschien es mir so unwirklich meinen Papa in diesem entfernten Land
und auch vom deutschen Leben so unterschiedlichen Alltag zu empfangen.
Doch dann war er auch schon da. Noch am gleichen Abend
erschien mir alles wieder normal und wir konnten uns mal ganz in Ruhe
unterhalten, und ich ihm mein Leben in Entebbe und die ugandischen
Gegebenheiten zeigen.
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