Mittwoch, 30. Januar 2013

Die Reise-Von Entebbe nach Massaka, nach Kabale


Von meiner Matratze im Wohnzimmer wachte ich auf und wir bereiteten das Frühstück für den noch in meinem Bettchen schlummernden Papa vor.
Beim Frühstück lernte er dann meine ugandische Gastfamilie kennen und später machten wir uns an die Bescherung und alle liebten die tollen Geschenke von meiner Familie und Freunden in Deutschland. Vielen lieben Dank dafür!
Noch am gleichen Vormittag gingen wir in die Early Learning, so dass er meine Arbeitsstelle und die Gegebenheiten für unser anstehendes Projekt begutachten konnte. Wir landeten natürlich gleich noch im Schulgottesdienst, so dass er Agnes in voller Kraft und endloser Dankbarkeit kennenlernen konnte.
Zurück daheim packten wir unseren Rucksack und fuhren mit einem Matatu nach Kampala. Allein das Kennenlernen von Entebbe und die Gegebenheiten in meinem Zuhause sind komplettes Neuland, für jemanden der frisch aus Deutschland kommt, doch die Fahrt nach und durch Kampala am gleichen Tag müsste eigentlich einen Kulturschock auslösen. Doch der Papa hat sich gut geschlagen und die gesamte vierstündige Fahrt nach Massaka war einfach nur beieindruckend und interessant.
Masaka. Der „Schulverein“, welcher ja die Organisation ist, über die ich gesendet wurde, hat auch in diesem Ort Südwestlich von Entebbe (einmal über den Äquator gefahren) ein Projekt zu laufen. Im Vorfeld habe ich mich mit Mathias, dem Kopf der Organisation in Verbindung gesetzt und unseren Besuch angekündigt. Er bot an, uns durch das Projekt zu führen und auch bei ihm zu schlafen.
In Masaka holte er uns ab und per Boda Boda ging es zu seinem Häuslein. Noch am gleichen Abend zeigte er uns ein Projekt, das Witwen unterstützt soll auf eigenen Beinen zu stehen, in dem sie sich selbst finanzieren. Er erklärte uns viel und es war interessant an diesem Platz, fernab von der Stadt durch die Bananenplantagen zu streifen und den Anbau  von verschiedenem Obst und Gemüse, sowie Viehhaltung (fernab von deutscher Normalität! :-/) zu besichtigen.
Die Unterkunft war für mich, sowie für die ugandischen Verhältnisse normal, für Papa ein Graus. Doch auch das gehört dazu!
Am nächsten Morgen schauten wir uns die Stadt, das Büro der Organisation, sowie eine Schule an.
Die Schule wird von Mathias Verein unterstützt und ist in einem schrecklichen Zustand. Der Schulleiter hat quasi die Nebengebäude seines Wohnhauses „ausgebaut“ also eine Tafel, wenn überhaupt angebracht und so werden 90 Kinder in den je 10m² Garagenräumen unterrichtet. Es fehlt an Allem, das Schulgeld scheint zu gering, um irgendetwas an der Türen-, Fenster-, Boden- und Dachlosen Schule zu bewegen.
Die Kinder freuten sich natürlich über unseren Besuch und singen (super!) für uns!
Mit Sack und Pack ging es auf den Nachbarhügel von Masaka-Town, wo Busse weiter Richtung Südwesten fahren. Ein Mann verkaufte uns Karten und wir zahlen einen viel zu hohen Preis für einen Bus der angeblich in 5 Minuten da sein soll und tatsächlich eine Stunde später eintrudelte.
So lernte der Papa und auch ich (Jede Fahrt ist ein neues Erlebnis) das Abenteuer „Reisebusfahren in Uganda“ kennen.


Die 4 Stunden Fahrt; -Stunden ist die Einheit die Kilometerangaben in Uganda ersetzt, verlängerte sich um zwei, wegen einer 100 Kilometer, also zwei Stunden langen Baustelle. Doch wir erreichten Kabale, die Stadt am Lake Bonyonyi an der Grenze zu Rwanda. Meine Sitznachbarin im Bus war Ortskundig und konnte mir einige Gegebenheiten wie; Sprache, Entfernungen, Preise in Kablale erkläre und wie es der Zufall so wollte ist ihr Sohn Boda Boda – Fahrer und wartete am Bus auf uns um uns zu unserer Unterkunft zu fahren.
Eine der schönsten Boda Boda- Fahrten lag vor uns. Aus der Stadt heraus ging es durch den Dschungel einen Lehm-Weg bergauf, den sich das Boda mit uns dreien hochquälte. Auf der Bergspitze konnte man über die bewachsenen Hänge auf den See "Lake Bunyonyi" mit all seinen kleinen Inseln schauen und wir rollte bergab, Richtung Unterkunft, mit diesem wunderschönen Ausblick.
Die Überfahrt mit Motorboot 
Es sah alles etwas klein aus und gar nicht so, wie im Internet beschrieben. Als mich dann das aus zwei ugandischen Fischern bestehende Empfangskomitee fragte, ob wir ein Kanu oder Motorboot nehmen wollen, kamen während des Sonnenuntergangs große Zweifel in mir auf, ob ich alles richtig gebucht habe oder auch die zweite Nacht eine Katastrophe für meinen Papa wird.
Ich erklärte, dass ich eine Unterkunft gebucht habe und sie schienen zu verstehen. Wir entschieden uns gegen die einstündige selbst-paddel Kanufahrt und ließen uns in der Abenddämmerung mit einem Motorboot auf die Insel fahren, auf der ich unwissender Weise, der Preis war aber auch unschlagbar günstig- die Lodge gebucht habe. J
Unsere Insel
auf der Terasse
Schon von weitem sah das Inselchen traumhaft aus und das mit Bambus eingedeckte Dach, des offenem im afrika-Stil eingerichtetem Restaurant wirkte herzlich und einladend. Eine junge Frau holte uns vom Boot ab und führte uns zu unserer Lodge. Gänsehaut, ein Lächeln und Unfassbarkeit machten sich breit. In der schönsten Natur, hinter Palmenwedeln versteckt stand eine Hütte, die mit Schilf eingedeckt war. Schlicht aber stilvoll mit afrikanisch typischen Holzmöbeln- und Boden eingerichtet, zwei Betten in einem Moskitonetz eingehüllt und jetzt das Beste, die nichtvorhandene Tür, also die offene Bambusseite führte über die Terasse zum aus dem Bett freien Blick auf den wunderschönen See mit seinen Inseln und Bergen und weit und breit keine Menschenseele.
In der quasi freien, afrikanischen, sommerlichen Natur ließ es sich himmlisch schlummern und die kalte MorgenDUSCHE J (Luxus) im Freien brachte den Tag in Schwung.








Blick aus dem Bett












Frühstück mit herrlichem Ausblick




Wir entschiedenen uns eine Kanutour auf dem 2000 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen See zu machen und auf einen Berg, der noch viel höher liegt zu klettern.



Ein Guide, der nur zwei Männerpaddel (Urlaub!) dabei hatte, führte uns an einigen Insel vorbei ein Stück über den See, bis wir dann ein Ufer erreichten von dem aus wir auf einen Berg klettern konnten, um die Aussicht zu genießen.
Papa konnte viele Fragen loswerden und wir hatten großes Glück mit unserem Reiseführer, denn er konnte nämlich so gut wie alle Fragen beantworten. Wir kämpften uns den steilen Weg hinauf. Das Übersetzen dieses Frage-Antwort-Spiels der Männer und die dünne Luft nahmen mir den Atem, doch das tat auch der Ausblick, der einfach unglaublich schön war.
Riesen-Kaktus





Eine wilde Blumenwiese auf der Spitze des Berges machte das Panorama perfekt. „Eine wilde Blumenwiese“ hatte auch große Bedeutung für meinen Papa. Der kniete sich in die Wiese und beobachtete die Bienen, die den Nektar aus den bunten Blüten sammelten.
… Ajaaaa, so eröffnete sich für uns die Bienenwelt in Uganda. … Ein Thema für sich! J














Unsere Wanderung ging über die Spitze des Berges, durch ein Dorf und den vielen Anbauflächen zum andern Ende des Berges, wo wir bei einer kühlen Soda die Aussicht über einen andern Teil des Sees genossen.
Wanderung auf dem Berg




Gegenverkehr- man beachte den Hirten























Ein grummeln und der strahlend blaue Himmel verwandelte sich schlagartig in herbei ziehenden Regenwolken. Wir traten den Rückweg an und erreichten das Ufer im strömenden Regen. Die Wolken über uns verzogen sich schnell und wir fuhren auf eine andere Insel, auf der sogar eine Schule und eine Kirche sind. Innerhalb einer halben Stunde waren wir am anderen Ende der Insel. Von dort aus konnten wir eine winzig kleine Insel sehen, die eine schreckliche Geschichte hat.
Die "Nicht-Jungfrauen-Insel"
ist der kleine Fleck neben meiner Schulter
Vor gar nicht allzu langer Zeit, war es noch in Uganda verboten Kinder vor der Ehe zu bekommen. In dieser Region Ugandas wurden alle Frauen, die unehelich Schwanger wurden auf diese kleine Insel gebracht und sind dort qualvoll verdurstet, verhungert oder beim Versuch einer Flucht ertrunken. „Glückliche“ wurden von armen Männern, die kein Geld hatten, um sich mit der Bezahlung von Kühen eine Frau zu kaufen, geholt und geheiratet…
Zurück auf unserer Insel suchten wir das Gespräch zum Hotelmanager, um etwas über Bienen herauszufinden….Tatatataaaa, Das Hotel, bzw. der New Yorker Eigentümer und Imker haben mit der Imkerei auf der Insel angefangen. So wanderten wir binnen weniger Minuten mit dem Manager und dem Tischler, ausgebildet zum Imker, auf die andere Seite der Insel, wo wir dann Bienenstöcke fanden, viele Informationen über die Imkerei in Uganda erfuhren und ich unzählige Imkereivokabeln lernte.







Mit einem zweiten leckeren Abendessen ließen wir den wundervollen Tag ausklingen.






 ...und zurück nach Kabale...







Hier noch ein paar typisch ugandische Transportmöglichkeiten....








Ja - das ist ein Baugerüst


Bei den Spritpreisen....

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